Die Job-Situation für Lehrer
hat sich deutlich verbessert. In Wien werden aktuell noch 40 Pflichtschullehrkräfte gesucht wien orf 1.10.08.
Für AHS-Lehrer gibt es Wartelisten für Geschichte und Geografie, Philosophie/Psychologie, Biologie und Französisch. Auch in Englisch gibt es eine umfangreiche Warteliste, aber die Wartezeiten sind kürzer, weil auch großer Bedarf besteht. In Deutsch werden verstärkt Lehrer gesucht. In technischen und wirtschaftlichen Fächern werden laufend Lehrer gesucht.
Für den Unterricht an kaufmännischen Schulen (HAK/HaSCH) und Schulen für wirtschaftliche Berufe sind die Anstellungserfordernisse: ein abgeschlossenes Studium der Wirtschaftspädagogik gemeinsam mit einer nach dem Studium zurückzulegenden 2-jährigen facheinschlägigen Berufspraxis.
Für den Unterricht an technischen und gewerblichen Schulen (HTL, technische Fachschulen, Schulen für Mode- und Bekleidung, Tourismusschulen): entweder wie oben oder: der Abschluss eines anderen wirtschaftswissenschaftlichen Studiums (zB BWL) gemeinsam mit einer nach dem Studium zurückgelegten 4-jährigen einschlägige Berufspraxis.
Soweit eine Berufspraxis vorgeschrieben ist, ist diese in Vollbeschäftigung zurückzulegen. Bei Teilbeschäftigung ist ein Praxiszeitraum nachzuweisen, der insgesamt einer zwei- bzw. vierjährigen Vollbeschäftigung entspricht. Für wirtschaftliche Unterrichtsgegenstände herrscht noch immer ein Mangel an Personen, die aller Erfordernisse erfüllen. In diesem Fall können auch Personen aufgenommen werden, die nicht alle Anstellungserfordernisse aufweisen. Die Anstellung ist dann jeweils auf ein Schuljahr befristet. Für die besoldungsrechtliche Einstufung gibt es dazu Sonderbestimmungen.
Keine Auswirkungen auf die AHS-Lehrer-Ausbildung hat das neue dreistufige Studiensystem.
Im grenznahen Deutschland werden teilweise Lehrer gesucht. Auch in anderen Bundesländern ist der Bedarf oft gegenläufig. Problenfächer sind eher die am Ort angebotenen Studienrichtungen.
Presseberichte:
- News des Landesschulrates für Salzburg: Ausschreibung von LehrerInnenstellen - Schulpraktika an ungarischen Berufsschulen ab Januar 2008
- Mehr Lehrer trotz sinkender Schülerzahlen noe.orf.at 27.6.07 - Schlange arbeitsloser Lehrer immer länger tirol.orf.at 29.5.07
- Anstellungswelle bei den Pflichtschullehrern ooe.orf.at 25.3.07
- Doch nicht mehr Lehrer für Tirol tirol.orf.at 8.3.07
- Mehr Lehrer ab Herbst kein Problem oe1.orf.at 23.2.07
- Mehr Lehrerposten durch Senkung der Klassenschülerhöchstzahl www.karriere.at
- Steiermark: kein einziger Junglehrer neu angestellt steiermark.orf.at 30.10.06
Lehrer an berufsbildenden mittleren und höheren Schulen
Die Arbeitsmarktsituation im Land Salzburg www.salzburg.gv.at/themen/se/statistik/pubverz/kurzfass/lehrerarb2-2.htm
Sondervertragliche Vereinbarung www.lsr-ooe.gv.at/cgi-bin/sap.asp?code='A9-117/1-01'
Landeshauptmann Pühringer: Senkung der Klassenschülerhöchstzahlen und ihre Konsequenzen für Oberösterreich
(LK 25.3.2007) Eine erste Hochrechnung erstellt von den Experten der Bildungsabteilung und des Landesschulrates betreffend die Auswirkungen der Senkung der Klassenschülerhöchstzahl auf 25 - beginnend mit dem Schuljahr 2007/2008 mit den jeweils ersten Klassen der Volksschulen, Hauptschulen und der Polytechnischen Schulen - präsentierte am Sonntag, 25. März 2007, Landeshauptmann Pühringer als Schulreferent des Landes Oberösterreich.
"Die äußerst positive Auswirkung der Senkung der Klassenschülerhöchstzahl muss natürlich auch im Kontext mit dem weiteren Fallen der Schülerzahlen in den kommenden Schuljahren gesehen werden", so der Landeshauptmann. Aus derzeitiger Sicht werden im nächsten Schuljahr 2007/2008 3.200 Pflichtschülerinnen und Pflichtschüler weniger die Schule besuchen als im heurigen Schuljahr. Das entspricht einer Verringerung um rund 120 Schulklassen und einem Verlust von rund 260 Lehrerdienstposten.
Die Senkung der Klassenschülerhöchstzahl auf 25 in den ersten Klassen der Volksschulen, Hauptschulen und der Polytechnischen Schulen schafft nach heutiger vorläufiger Berechnung im kommenden Schuljahr rund 190 zusätzliche Schulklassen und rund 380 neue Dienstposten für Lehrerinnen und Lehrer.
Daraus ergibt sich eine Zunahme unterm Strich von 70 zusätzlichen Schulklassen und rund 125 Lehrerdienstposten netto im kommenden Schuljahr.
Dieser positive Arbeitsmarkteffekt - vor allem für die auf Anstellung im Schuldienst wartenden Junglehrer - wird noch verstärkt durch die Pensionierungen, die im kommenden Jahr nach heutiger Abschätzung rund 100 (nach Geburtenabgängen) betragen werden.
Daher wird es im Herbst 2007 nach mehreren Jahren erstmals wieder zu einem stark merkbaren Abbau der Warteliste der Neulehrerinnen und -lehrer kommen. Aus heutiger Sicht werden aufgrund der oben dargestellten Veränderung rund 225 Junglehrerinnen und -lehrer mit einer Anstellung rechnen können. Die Experten geben jedoch aus mehreren Gründen an, dass dieser Schätzwert noch einen Unsicherheitsfaktor von 10 bis 20 Prozent beinhaltet. (Zuzug Sonderförderbedarf, Repetentenzahlen usw.)
1000 Lehrer auf Warteliste
Die Sparmaßnahmen der Regierung bei den Schulen zeigen Folgen: In Salzburg werden diesen Herbst so viele Lehrer wie nie arbeitslos sein.
SABINE STEHRER, SALZBURG (SN, 30.8.2003). Gut eine Woche dauert es noch, bis sich die Tore der 380 Pflichtschulen und weiterführenden Schulen in Salzburg für etwa 82.000 Schüler und 7000 Lehrer öffnen. Etwa 1000 AHS-Lehrern, darunter 300 Junglehrern, werden, so sagen die Lehrergewerkschafter, diese Tore aber bis auf weiteres verschlossen bleiben. Das sind um 200 mehr als noch vor einem Jahr.
Einen "auffälligen Anstieg" der Zahl der arbeitslos gemeldeten Lehrer aus den AHS, den berufsbildenden Schulen, Fachschulen und Pflichtschulen hat auch der Chef des Salzburger Arbeitsmarktservice (AMS), Erwin Buchinger, bemerkt. Im Juli 2003 waren 66 Lehrer und Lehrerinnen auf Jobsuche, mit heute, Ende August, werden noch einmal "gut 20" dazukommen. "Das sind dann um 30 Prozent mehr als vor einem Jahr." "Sicher mehr Bewerber als in den vergangenen Jahren" hat im Moment der Verein für Solidarität für arbeitslose Lehrer (SALE) mit Sitzen in Oberösterreich und in der Steiermark. Dort werden Jobs und längerfristige Mitarbeiten an Projekten vermittelt.
Nach all dem zeichne sich ab, dass diesen Herbst so viele Lehrer wie nie arbeitslos sein werden, sagen Buchinger und auch Irmgard Lackenbauer, die in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst Salzburgs 1400 AHS-Lehrer vertritt.
Als Ursachen nennt Lackenbauer neben geburtenschwachen Jahrgängen vor allem die Sparmaßnahmen der Regierung im Bildungsbereich. Die Stundenkürzungen, die im vergangenen Schuljahr bestreikt worden sind, und die späteren Pensionsantritte wirkten sich jetzt und in den nächsten Jahren "voll aus". Wie genau, sehe man am besten an ihrem eigenen Beispiel, sagt Lackenbauer: "Ich bin Jahrgang 1946 und wäre mit 61 1/2 Jahren in Pension gegangen, nach der Änderung kann ich erst mit 63 gehen." Macht minus eine Stelle. Außerdem unterrichte sie Latein und Englisch, und weil es in Latein weniger Stunden gibt, müsse sie mehr Englisch unterrichten. "Sowird ein Englischlehrer weniger gebraucht." Wenn den Lehrern nach ihrer Ausbildung und der einjährigen Unterrichtspraxis der Schuldienst zunächstverwehrt bleibt, melden sich im Übrigen die wenigsten arbeitslos. Die einen beginnen ein zweites Studium oder setzen ihre Ausbildung anderswie fort. "In" waren in den vergangenen Jahren etwa Schulungen im EDV-Bereich. Die anderen weichen zu "verwandten" Arbeitgebern aus: Jugendzentren, Kinderbetreuungsstätten, Privatschulen oder gehen ins Ausland.
Noch die besten Chancen auf ein paar Stunden Unterricht haben die jungen Lehrer, wenn sie weite Wege aus der Stadt Salzburg und der Umgebung nicht scheuen und an verschiedene Schulen in den Gebirgsgauen Pongau, Pinzgau und Lungau gehen. Vergleichsweise gute Chancen haben Biologielehrer und Chemiker - während etwa Lehrer für Geografie und Geschichte von heute an zehn Jahre auf eine Stelle warten müssen.