sibiriens_vergessene_Klaviere
Von Sophy Roberts

Die britische Journalistin Sophy Roberts begibt sich auf eine ganz besondere Reise: Für eine Pianistin, die sie in einer Jurte in der mongolischen Steppe Bach spielen hörte, macht sie sich auf die Suche nach einem Klavier, dass mit seinem Klang und seiner Geschichte zu dieser außergewöhnlichen Freundin passt. Ihre Suche führt sie kreuz und quer durch Sibirien.

Entstanden ist dabei ein Reisebericht, in dem Sophy Roberts von den sie tief berührenden Begegnungen in den Weiten Sibiriens berichtet. Feinfühlig und ausdrucksstark beschreibt sie das Land und seine Menschen und lässt ihre persönliche Faszination spürbar werden. Gleichzeitig ist dieses Buch eine Geschichtsaufarbeitung Sibiriens unter dem Aspekt, wie europäische Musik, Sprache und liberales Gedankengut durch Verbannte, Deportierte und freie Siedler*innen nach Sibirien kamen und sich dort weiterentwickelten. Es beschreibt die lange und abenteuerliche Reise von Klavieren, Noten und Büchern und ihren Einfluss auf die Menschen dieses Landes. Die geschichtlichen Wirren, Revolutionen und Kriege Westrusslands prägten Sibirien durch die Menschenströme, die dorthin geschickt wurden. Die Zeitspanne dabei beginnt im 16. Jahrhundert und reicht bis in die Gegenwart. Sophy Roberts spürt nach, wie Menschen Kälte, Hunger und Unerbittlichkeit trotzen und überleben konnten. Dabei ist es auch die Fantasie und tiefe Liebe zur Musik und zum Schreiben, die Menschen Überlebensstrategien ermöglichten. All das verflicht die Autorin mit der Geschichte des russischen Klavierbaus und der außergewöhnlichen Leidenschaft Russlands zu diesem Instrument.

Vielschichtig und poetisch nimmt uns das Buch mit auf eine Reise durch ein unermesslich großes Land, zu seinen Menschen und ihren Schicksalen.

 

Persönlicher Eindruck: Nach einem Jahr, in dem Corona unser aller Leben so sehr dominiert hat, suchte ich nach einem Buch, um mir eine kleine Pause von Corona-Themen zu nehmen. Ich wollte in etwas ganz anders ein- und abtauchen. Dieses Buch bietet jedoch viel mehr als eine kleine Ablenkung. Ab der ersten Seite hat es mich mit seinem ungewöhnlichen Zugang zu Geschichte in seinen Bann gezogen. Es ist eine Spurensuche nach menschlicher Stärke, psychische und physische Härten zu überleben - und mehr noch - aus Hoffnung Neues entstehen zu lassen. Es zeigt uns, was Träume, Liebe und Visionen erreichen können.

Was für eine Zeitlosigkeit in diesem Buch steckt! Was für eine Inspirationsquelle in Corona-Zeiten!

 

Wem empfehle ich das Buch: allen, die gerne über die Wirren unserer Geschichte lesen, über menschliche Größe und die Liebe zum Leben.

Erschienen im Paul Zsolnay Verlag, 2020, 396 Seiten

 

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